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"Kinder im Rausch" - Rauschgifthandel im Lehrplan brandenburgischer Schulen.

21. Oktober 2002 Leserbrief zu dem Bericht der MAZ, S. 6

In der MAZ vom 21.10.02, S. 6, stand zu lesen, daß sich Bildungs- und Innenminister von Brandenburg auf Wege zur gemeinsamen Drogenbekämpfung geeinigt hätten.

Dazu folgende Meinungsäußerung von mir:  

Im vorigen Jahr gab es soviel Drogentote wie noch nie in Brandenburg. Und es gehört nicht viel Prophetie dazu, eine weitere Steigerung vorherzusagen. Wie die Zeitung schreibt, hätten die Minister Schönbohm und Reiche eine Kooperation zur verbesserten Prävention vereinbart. Das klingt gut. Leider ist den Herren nicht mehr zu glauben. Erinnern wir uns: Zum Monatsanfang ging die Schlagzeile durch den Blätterwald "Drogenhandel im Mathe-Unterricht". Verbindlich für 450 Schulen in Brandenburg war in den Lehrplänen der 7. u. 8. Klassen der Gebrauch Drogen als Normalität hingestellt worden. Als Beispiele für die Ausgaben der Schüler stand dort "Hobbys, Musik... Drogen" und ihre Einnahmen sollten die Kinder aus folgenden Quellen speisen: "Taschengeld, Jobs, Geschenke, Drogenverkauf". Als der unfassbare Skandal ruchbar wurde, wiegelte der Bildungsminister ab, der Verfasser hätte sich mittlerweile "für seinen Fehler" entschuldigt. Ich glaube nicht, daß man so was mit einer banalen Entschuldigung wettmachen kann. Jemand zum Drogenkonsum und zum Handel mit verbotenen Substanzen anzustiften, ist allein schon eine Straftat, wenn das mit schutzbefohlenen Minderjährigen passiert, dann erst recht. Und stelle man sich vor, daß das die gesamte Jugend eines Bundeslandes dem extensiv folgt, dann reicht das Ergebnis bereits an Völkermord! Entweder ist der Verfasser des Lehrplanes so unbedarft und dumm, daß er die Folgen seines Tuns nicht abwägen kann, oder er ist derart böswillig, daß er bewusst unserer Gesellschaft schaden will. In beiden Fällen dürfte wohl seine Weiterbeschäftigung in einem Ministerium nicht mehr angebracht sein. Wenn sein vorgesetzter Minister keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen daraus zieht und die Partei des Innenministers von der zunächst vollmundig angekündigten Strafanzeige Abstand nimmt, dann kann es mit der oben erwähnten vereinbarten Zusammenarbeit beider Ministerium zur Bekämpfung des Drogenmissbrauches auch nicht weit her sein.

 (Der Leserbrief wurde in der  MAZ veröffentlicht.)