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Blondinenwitze - erlaubter Rassismus

20./21. Oktober 2001: Leserbrief zu dem Bericht der MAZ

Mehrfach wurde Ende 2001 in der MAZ eine Frau J. Carley vorgestellt (20/21.10.2001 "Die Märkische" und ebenda am 8./9.12. d. J.). Die aus den USA stammende Ballettlehrerin ist als Gutmensch vorgestellt worden, der sich literarisch über ihren brandenburgischen Nachbarn  ausgelassen hat. Nachdem sie in dem oben vermerkten Zeitungsinterview erklärte, daß sie sich über einen "Blondinenwitz" besonders amüsiert hätte.

Das war das für mich Anlaß, dem Chefredakteur eine Frage zu stellen:

"Ich kann die künstlerischen Qualitäten dieser Dame nicht beurteilen, habe aber bei den menschlichen so meine Bedenken. Und dann wird der Unsinn auch noch wörtlich in Ihrer Zeitung wiedergegeben. Diese Sorte Witze erklärt Frauen aufgrund ihrer Haarfarbe als blöd. Nun wissen wir alle, daß Menschen weder wegen Ihrer Haut- und damit auch Haarfarbe, ihres Geschlechts, ihrer Religion etc. nicht benachteiligt noch diskriminiert werden dürfen. Ich brauche Ihnen sicher nicht darzulegen, was Polen-, Juden- oder Zigeunerwitze für einen moralischen und geistigen Gehalt haben. Kein Geringerer als Michel Friedmann verkündete in Ihrer Zeitung (MAZ 20./21.10.01, S. 2): 'Wer Blondinenwitze erzählt, diskriminiert genauso wie jemand, der rassistische Witze erzählt.' Sieht das die Redaktion anders?"

-- Kurze sinngemäße Antwort der Redaktion, Interview-Aussagen in o. g. Rubrik werden nicht zensiert. Wer sich dabei blamieren möchte, dürfe das tun...

Bedenkenswert ist jedoch der Umstand, daß die Selbstzensur der Presse rassistische Witze über irgendwelche Fremden oder Minderheiten aus gutem Grund tunlichst vermeidet, wenn sie aber auf Kosten des eigenen Volkes gehen,  durchaus abgedruckt werden können. Gerade diese Blondinenwitze diffamieren einen nennenswerten Teil deutscher Frauen als ausschließlich blöd und geil.  Man stelle sich vor, daß selbige Dame in der Türkei Männer mit schwarzem Oberlippenbart, oder im Kongo Männer mit krausen Haaren gleichermaßen charakterisiert hätte...