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Zum Stadtentwicklungskonzept INSEK

26. Juni 2008, Leserbrief zur MAZ vom 25. Juni 2008 „Ein gigantischer Aufgabenberg“

„Junge Familien wollen nicht in die Altstadt. Sie wollen ein eigenes Haus bauen.“ So wird der Vertreter des Bauernverbandes aus der Stadtverordnetenversammlung zitiert. Und zwar als Reaktion auf das Stadtentwicklungskonzept (Insek), welches Vorhaben der Stadt bis zum Jahre 2020 umreißt. Die Stadtplaner hingegen schlagen vor, leer stehenden Wohnungen und Geschäfte besser zu vermarkten. Und das heißt, ganz im Gegensatz zu dem oben zitierten Stadtverordneten, der Verzicht auf neue Wohnbauflächen am Stadtrand.

Unser Stadtbild, namentlich die Altstadt, ist über Jahrhunderte in seiner Einzigartigkeit gewachsen. Es ist noch nicht zu spät, um dieses wertvolle Erbe zu erhalten. Doch es droht, daß dieser Schatz dem privaten Gewinnstreben und dem Egoismus einzelner geopfert wird. Sei es dadurch, daß Einkaufsbaracken der Supermärkte geschlossene Straßenzeilen zerreißen und damit das Stadtbild verschandeln oder daß durch Neubaugebiete an den Stadträndern die Altstadt ausdünnt und damit verarmt wird. Ich glaube nicht, daß es erstrebenswert wäre, auch aus Jüterbog ein „Lückenwalde“ zu machen. Die beiden Neubauten gegenwärtig am Oberhag zeigen auch, daß man gegensteuern kann.

Anstatt weitere Neubaugebiete an der Peripherie aufzumachen, sollten Bauwilligen leerstehende Häuser oder Lücken in der Altstadt als Bauplatz vorgeschlagen bekommen, um diese wieder zu beleben. Wenn ihnen dabei mit Fördermaßnahmen und unbürokratischer Hilfe von Seiten der Verwaltung geholfen würde, dann wären allen gedient, den Bauherrn wie dem Gemeinwesen. Denn der Erhalt eines intakten Zentrums ist nicht allein touristisch von Bedeutung, sondern sichert unseren Ladenbesitzern in schwierigen Zeiten ihre Existenzgrundlage und wirkt anziehend für weitere Wohnungssuchende.

Natürlich mache ich mir mit solchen Vorschlägen bei denen, die draußen auf der grünen Wiese mit der Vermarktung von neuem Bauland ihren Schnitt machen wollen, keine Freunde. Doch ich denke, die Zahl derer, die Interesse an einem lebendigen und funktionierenden Stadtzentrum haben, ist weitaus größer – wenn auch leider nicht so einflußreich.