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MAZ: 13.6.12 „Randalierer verwüsteten Skaterpark“ und 7./8.6.12 „Randalierer noch nicht ermittelt“.

Vielleicht sollten wir aus gegebenem Anlaß im Slang des Neusprech die Tafeln an den Stadttoren ändern:

"Wer den Kids baut eine Skater-Road

Und die Stadt leidet nachmals Not,

dem spraye man die Jacke rot."

Eine Farbmarkierung reicht ja aus. Den Totschlag mit der Keule überlassen wir besser dem Mittelalter. Das einzig Gute an der Pressenachricht ist, daß die MAZ die Täterschaft nicht wie üblich bei den längst ausgestorbenen Vandalen sieht. Gestehen wir es ein: Es sind unsere verzogenen Kinder und Jugendlichen, die sich in dieser Form für die Investition bedanken. Da wir allesamt zu den Geschädigten gehören ist Schadenfreude sicher fehl am Platze. Dennoch sei bei dieser Gelegenheit nochmals darauf hingewiesen, daß sich einst mehr als 1000 Jüterboger gegen diese Investition ausgesprochen hatten. Dabei will ich hier die Argumente des Naturschutzes nicht wiederholen. Allein aus praktischen Erwägungen erweist sich im Nachhinein der Platz am Rohrteich als falsch. Die Skate-Arena bei Hauschteckslust wurde damals abgelehnt, weil es der sportbegeisterten (!) Jugend  zu weit vom Stadtzentrum wäre. Logisch, welcher Sportler will schon weit laufen! Dabei sind auch Randalierer grundsätzlich faul und scheuen weite Wege. Aus pädagogischer Sicht war die Ausführung ebenfalls keine Meisterleistung. Vielleicht hätte man die anfänglich so lautstark fordernden Jugendlichen intensiv bei den Bauarbeiten mit einbeziehen sollen, denn Ergebnisse eigener Arbeit schätzt man bekanntlich höher ein, als Sachen, die einem einfach in den Schoß fallen. Schließlich und endlich war es wohl auch ökonomisch nicht unbedingt klug, auf das Fördermittellockangebot einzugehen. Wenn Familien, die bereits überschuldet sind, weitere Luxusgüter erwerben, bloß weil diese günstig erscheinen, so schütteln wir verständnislos den Kopf. Von dem Plenum der Stadtverordneten erwartet man gebündelte Klugheit und kollektives Verantwortungsbewußtsein. 10.000 Euro soll der finanzielle Eigenanteil der Stadt betragen haben, um die 100.000 Euro Fördermittel für den Neubau zu bekommen. Wenn ich nur 5 Euro in der Tasche habe, dann kaufe ich nichts für 50 Euro, nur weil es von 100 Euro gesenkt worden ist. Genau durch derartige Fallen sind nicht nur Tausende Bürger, sondern  inzwischen fast alle Kommunen Deutschlands hoffnungslos verschuldet.