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Zur Verdopplung der Baukosten an der B 102 / Schloßstraße

17. März 2009 Leserbrief zur MAZ vom 16. III. 09: „B102 wird zur Großbaustelle"

„Das kann doch nicht wahr sein!“ möchte man ausrufen. 2,1 Millionen Euro waren für den ersten Bauabschnitt der B 102 geplant, nun soll es aber 4,1 Millionen Euro kosten. In den Pressemitteilungen dazu hieß es, man hätte nicht gewußt, daß der Untergrund an der Baustelle sumpfig sei. Das aber wußten selbst schon die Altvorderen bei der Erstbesiedlung Jüterbogs. Denn um einen sicheren Platz für ihre Burg zu haben, suchten sie sich einen entsprechend feuchten Ort aus, der nur über einen Knüppeldamm erreichbar war. Hier stellt sich die Frage, hat das zuständige Planungsbüro sich gar nicht erst nach Jüterbog auf den Weg gemacht, um sich an Ort und Stelle von den Gegebenheiten zu überzeugen? Oder wurde bewußt zunächst ein niedriges Kostenangebot eingereicht, um so den Zuschlag für die Bauarbeiten zu bekommen, schon wissend, daß später nachberechnet werden muß? Im ersten Fall wäre es grob fahrlässig, im zweiten ein vorsätzlicher Betrug. Die Folgen für die Stadt sind enorm. Sie muß nun fast eine Million Euro Eigenleistung zusteuern, eine Summe, die zuvor in dieser Größe nicht eingeplant war. Das Geld ist dann anderen, die fest damit gerechnet haben, notwendigerweise wegzunehmen. Das erinnert stark an die böse Entwicklung, die wir zu Zeit auch auf globaler Ebene erleben. Unfähige oder vorsätzlich betrügerische Bankmanager verursachten einen unermeßlichen Schaden, den jetzt die Steuerzahler über Generationen brav zu berappen haben. Wenn sich schon die Berliner Regierungsparteien als bloße Handlungsgehilfen der Banken erweisen, ohne daß sie Anstalten machen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. So würde ich mir von unseren Jüterboger Lokalpolitikern ein besseres Beispiel erwarten, indem sie, bevor sie den Scheck unterschreiben, zunächst klären, wer ist der Schuldige für die Kostensteigerung beim Straßenbau. Und der muß dann auch zur Verantwortung gezogen werden, notfalls gerichtlich einschließlich des materiellen Schadenersatzes. Mit Spannung erwarte ich die Presseberichte über diesbezügliche Diskussionen in der Stadtverordnentenversammlung. Denn man will ja schon im Vorfeld der Wahlen wissen, ob die Parteien auf lokaler Ebene die gleiche Politik machen wie die in Berlin.

Der Leserbrief wurde am 2. April 2009 veröffentlicht.