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21. Sept. 2006 : Bundeswehr im Libanon - Einseitige Parteinahme

Leserpost zu MAZ-Beiträgen: „Förmliche Anfrage aus Beirut angekündigt“ (31.8.06) und „Beirut zögert noch“ (4.9.06)

Wie es scheint, sind die Libanesen gar nicht so erpicht darauf, deutsche Truppen ins Land zu holen. Bei näherem Hinsehen finden sich dafür einige Gründe. Hier wird stets von einer UN-„Friedenstruppe“ geredet, die zu Teilen von Deutschland gestellt werden soll. Doch wie stellt diese sich dar? In jeder Verlautbarung der Bundesregierung wird darauf bestanden, daß unsere Truppe ein „robustes“ Mandat bekommen müsse. Sie soll also ausdrücklich schießen dürfen. Das aber, wie ebenfalls immer wieder betont wird, stets nur in eine Richtung! Gewaltanwendung gegen die andere Seite wird ausdrücklich ausgeschlossen. Gleichermaßen ist es auch mit den Einsatzzielen bestellt. Wir wollen die eine Partei entwaffnen und dafür sorgen, daß sie keinen Nachschub mehr bekommt, während wir die andere Partei selbst mit Waffen versorgen. Wir spendieren Israel 300 Millionen für den Erwerb neuer U-Boote und haben gerade mal noch 20 Millionen übrig, um die Wiederaufbau des Libanon zu unterstützen, der selbst den Schaden der israelischen Angriffe auf 3,5 Mrd. Dollar beziffert. Wir kritisieren die eine Partei als terroristisch, vergessen aber, daß auch die andere Seite von der UNO-Menschenrechtskommission, von Amnesty International und der Libanesischen Regierung verschiedener Kriegsverbrechen bezichtigt wird. Das alles zeigt, Deutschland nimmt einseitig die Interessen eines der Kontrahenten wahr. Noch deutlicher, wir marschieren als Kriegspartei in diesen Konflikt. Ein Konflikt, der nicht gelöst, sondern dessen weitere Austragung nur verschoben wurde. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, daß auch das gesamte Territorium jeglicher Kriegspartei zum Kriegsgebiet werden kann. Vielleicht sollten wir nicht nur überlegen, wie die Bahnreisenden von Langzeitarbeitslosen vor Kofferbomben geschützt werden können. Klüger wäre eine Außenpolitik eines ehrlichen Vermittlers zwischen den Parteien anzustreben, um nicht den Haß einer Seite auf sich zu ziehen und damit unser Land und dessen gesamte Bevölkerung in Gefahr zu bringen.