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Kapitalismuskritik als Leserpost

2004, 28. Januar Kommentar zur allgemeinen Nachrichtenlage

Mein DDR-Staatsbürgerkundelehrer erklärte uns den Imperialismus als „sterbender, faulender und parasitärer Kapitalismus“. Wir schauten dabei gelangweilt aus dem Fenster, wußten wir es doch besser, da wir am Abend wieder Westfernsehen schauten.

Heute erleben wir wie Konzernmanager sich Millionenbeträge privat in die Tasche stecken, während zugleich den Arbeitern und Angestellten die Bezüge gekürzt werden. Das Heer der Arbeitslosen wächst und immer mehr einfache Menschen geraten in die Verelendung. Der Handel geht zurück, Firmen kommen reihenweise in den Konkurs. Die Rentenkassen und das Gesundheitswesen sind in den Ruin getrieben, das so genannte Bildungswesen produziert tatsächlich Verblödung. Die Ministerien und andere zentrale Ämter bedienen sich für Millionenbeträge fremder Berater, weil offensichtlich die Amtsinhaber zu inkompetent sind, kreativ und verantwortungsbewußt ihren Job zu machen. Werden sie schließlich wegen ihrer Unfähigkeit nach Hause geschickt, geschieht das mit gigantischen Abfindungen, Summen, die der Arbeiter vielleicht nicht einmal im ganzen Leben verdienen kann. Die Hauptstadt ist nicht zuletzt deshalb in die Pleite geraten, weil Bankmanager zusammen mit skrupellosen Politikern den Satz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ ins Gegenteil verkehrt haben. Krankenschwestern, Polizisten und Kindergärtnerinnen, ja die gesamte Bevölkerung muß die Misere ausbaden. Wer nun glaubt, die Justiz wird es schon richten, der ist erst jetzt wieder in Brandenburg eines Besseren belehrt worden. Etliche der Herren Saubermänner erwiesen sich als raffgieriger als der Staat erlaubt.

Vielleicht sollte ich mich bei meinem Lehrer entschuldigen.