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August 2012: MAZ Sonderbeilage Olympia, S. IV: „Das lange Schweigen“ u. „Das Thema ist für viele nicht neu“.

Was ist passiert? Eine Ruderin, die für Deutschland im Achter eine Medaille mit eingefahren hat, unterhält eine Liebesbeziehung zu einem NPD-Funktionär. Zeitungen, Funk und Fernsehen sind voll mit diesem Thema beschäftigt. Alle sind sich einig: das dürfte nicht sein. Sie hätte gar nicht zur Olympiade zugelassen werden dürfen, meint ein Funktionär der Linken. Der Landessportbund hatte ihr sogar geraten, „sich einen anderen Freund zu suchen“.

Wenn die Nachrichten nicht trügen, dann ist die Sportlerin nicht mit einem Verbrecher oder sonstigen Straftäter zusammen, denn von Gefängnis oder anderen Strafen, die der Mann verdient hätte, ist nirgends die Rede. Er gehört lediglich einer allseits verachteten Oppositionspartei an. Doch das ist schon zu viel.

Es kann und darf nicht sein, daß allein die Liebe zwischen zwei Menschen als Grundlage ihrer Beziehung gilt. Wo kommen wir da hin, wenn einfach jeder mit jedem ins Bett steigt? Da will die Gesellschaft noch ein Wörtchen mitreden. In der NS-Zeit gab es ein „Blutschutzgesetz“. Partnerschaften, die dagegen verstießen, kamen ins Zuchthaus oder KZ. Die Franzosen griffen sich zum Kriegsende Frauen, die Liebesbeziehungen zu deutschen Soldaten hatten, rasierten ihnen die Schädel kahl und jagten sie nackt durch die Straßen. Afghanen töten Frauen, die wegen verbotener Liebesbeziehungen auffällig geworden sind, durch Steinigung. Da sind wir mit den Methoden unserer Hexenjagd noch recht zivilisiert. Da gibt es nur Mobbing, mediale Hetze, vielleicht auch den Verlust des Arbeitsplatzes aber in der Regel keine Todesstrafe.