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Chronologie der Garnisongeschichte

Diese Chronologie soll nur einen kleinen Überblick zu der vielfältigen Militärgeschichte Jüterbogs geben. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll nur die enorme Breite der Ereignisse demonstrieren. Auf die Wiedergabe allgemein bekannter Daten, zum Beispiel wann welcher Weltkrieg begann und endete, wird aus Platzgründen verzichtet. Ebenso erfolgen keine Quellenangaben. Wer mehr zu Thema wissen möchte, nutze den Link zu den Seiten des Garnisongeschichtsvereins „St. Barbara“ e.V. oder suche sich aus den Literaturangaben unter der Rubrik „Veröffentlichungen“ weiterführende Arbeiten heraus, die dann auch auf die entsprechenden Quellen verweisen. Bei der Verwendung von Daten aus dieser Chronologie wird auf das Urheberrecht verwiesen.

1625 Die kleine Garnison, die der Landesherr Christian Wilhelm in der Stadt postiert hatte, wurde von kaiserlichen Kroaten niedergemetzelt. Im weiteren Verlauf des Dreißigjährigen Krieges kommen Truppen verschiedenster Herkunft durch Jüterbog und ruinieren die bis dahin bedeutende Handels- und Tuchmacherstadt.
1792 Das seit dem Ende des 18. Jahrhunderts in Jüterbog liegende sächsische Regiment ”Prinz Gotha” erhielt Marschbefehl, um am Krieg gegen das revolutionäre Frankreich teilzunehmen. Nach Kriegsende kam es nicht mehr zurück.
1807 Nach dem Tilsiter Frieden rückte wieder ein sächsisches Infanterieregiment in Jüterbog ein, benannt nach seinem Kommandeur von Low.
1809 Das Regiment v. Low zog im Rahmen des sächsischen Kontingents des Rheinbundes mit den Franzosen vereint gegen Österreich.
1810 Das siegreich zurückkehrende Rgt. v. Low wurde feierlich von der Jüterboger Schützengilde in Empfang genommen. Es blieb aber nur noch ein Jahr in der Stadt. Anschließend mußte es mit Napoleons Grande Armee mit nach Rußland, wo es wie die Mehrzahl der beteiligten Truppen jämmerlich unterging.
1813 Im Februar marschiert noch ein französisches Korps durch die Stadt Richtung Rußland und im März sind bereits die Kosaken hier. Württembergische Soldaten versuchten, die Stadt gegen anstürmende Kosaken zu verteidigen. Doch ab Mai besetzte das preuß. Korps des Generals Borstell den Ort. Nach dem Waffenstillstand kamen polnische Ulanen, die wiederum von russischen Kosaken vertrieben wurden. Als am 6. September die Schlacht bei Dennewitz für die französische Armee mit ihren Verbündeten verloren geht, besetzten wieder Preußen das sächsische Jüterbog und führten kurze Zeit unter Oberst v. Brandenstein ein strenges Besatzungsregimes.
1814 Das am 6. Dezember des Vorjahres ausgehobene Fähnlein sächsischer Landwehr, 90 Mann, wurde im Januar vereidigt und marschiert nun an der Seite Preußens gegen Frankreich.
1815 Mit dem Wechsel der Stadt von der sächsischen zur preußischen Krone war zunächst keinerlei Truppenstationierung verbunden.
1824 Der Jüterboger Bürgermeister schrieb über die wirtschaftliche Misere der Stadt an den preußischen König als neuen Landesherren: „Einzig eine Garnison könne Rettung für den gesunkenen Zustand der Stadt bringen.”
1831 Am 25. Juni erfolgt eine erneute Eingabe des Jüterboger Magistrats mit der Bitte um die Stationierung von Soldaten.
1832 Die 1. reitende Komp. der 3. Art. Brigade nimmt am 21. September in Jüterbog Quartier.
1850 Die Jüterboger Artillerie-Kompanie wird nach Perleberg verlegt.
1854 1. Aug., zwei Batterien Fußartillerie kommen von Wittenberg nach Jüterbog.
1856 29. Apr., die beiden Batterien wurden wieder nach Wittenberg zurück verlegt.
1860 Erste Verhandlungen wegen des Erwerbs von Flächen für einen Schieß- und Übungsplatz.
1860 20. Aug., 3. Fußabteilung der 3. Art.-Brigade (Brand. Art.-Brigade Nr. 3) verlegt nach Jüterbog.
1864 Volle Inbetriebnahme des Artillerie-Schießplatzes.
1865 Der Jüterboger Verband, inzwischen umbenannt in 3. Brand. Art. Rgt., bekommt den Ehrennamen "General-Feldzeugmeister".
1870/71 Das 3. Brandenburgische Art. Rgt. nimmt am deutsch-französischen Krieg teil. Eine Ehrentafel in der Stadtkirche St. Nicolai erinnert noch heute an die dabei Gefallenen.
1870 Im Herbst kommen 9000 französische Kriegsgefangene in ein neu errichtetes Barackenlager, dem späteren Alten Lager, um für den Ausbau der militärischen und zivilen Infrastruktur Jüterbogs zu arbeiten, Schwerpunkt war die Vergrößerung des Schießplatzes.
1881 Der Regimentsstab vom 3. Art. Rgt. ist nur noch "vorläufig in Jüterbog".
1882 Das 3. Brandenburgische Landwehrregiment Nr. 20 gliedert sich in vier Kompanien, die 1. in Jüterbog, die 2. in Dahme, die 3. in Storkow und die 4. in Beeskow.
1882 1. Okt., der Regimentsstab des 3. Art. Rgts. wird nach Brandenburg verlegt: Die II. Abt. bleibt zunächst in der Stadt.
1882 Vom 3. bis 10. Oktober, legen 60 Mann und sechs Unteroffiziere vom Eisenbahn-Regiment Nr.1 unter Leitung des Premierleutnant Engels eine flüchtige Feldbahn auf dem TÜP Jüterbog, zu deren Betrieb und Unterhaltung dann drei Unteroffiziere und 30 Mann noch einige Zeit am Ort bleiben.
1886 Die preußische Artillerieprüfungskommission beginnt auf dem TÜP Jüterbog mit groß angelegten Schießversuchen, wozu extra ein Festungsziel nach preußischem und französischem Baumuster zweiteilig errichtet worden war.
1888 Erste militärische Bahnverbindung Kummersdorf - Jüterbog vom 6. - 15. August als Feldbahn gebaut,  vom 16. - 22. August  in Betrieb,  Rückbau vom 24  Sept. bis 23. Okt
1889 Eine Kabinettsorder vom 25. März bestimmt den Bau eines 2. Art.-Schießplatzes, damit auch Errichtung eines neuen Truppenlagers (Neues Lager).
1890 Baubeginn für das Standortlazarett bei Neues Lager.
1892 Vom 26. Dezember bis zum 10. Januar 1893 und vom 2. bis 21. März 1893 bauen je drei Unteroffiziere und 30 Mann des Eisenbahn-Regiments Nr. 2 unter Leitung des Premierleutnants Schattinger das Gleis auf dem TrÜbPl von 1882 stellenweise um und legten verschiedene neue.
1899 Es wird der Plan entwickelt, auch die Infanterieschule nach Jüterbog zu verlegen. Er kommt aber nicht zur Ausführung.
1897 1. Mai, Inbetriebnahme der Erweiterung der Königlichen Militäreisenbahn (K. M. E.) bis Jüterbog, die nun eine Gesamtstrecke von 70,6 km hat. 108 Unteroffiziere und 414 Mann bewerkstelligen den Betriebsdienst.
1897 Die Eisenbahn-Pionier-Brigade  baute vom 16. August bis zum 25. September eine 82,6 km lange Feldbahn vom Bahnhof Werder-Zinna der K.M.E., die über Treuenbrietzen, Schwanebeck bis Schopsdorf geführt wurde. Insgesamt zehn Eisenbahn-Baukompanien unter Oberst Schubert waren daran beteiligt, darunter eine bayrische.
1898 Am 1. Juni findet die Einweihung des Bahnhofs Kolzenburg  K.M.E. statt und derselbe zugleich dem öffentlichen Verkehr übergeben.
1900 Die Lehrtruppe der Feldartillerie-Schießschule wird zum Lehrregiment zusammengefaßt.
1909 Ein Parseval-Luftschiff hat am 23. Mai und 25. Mai 1909 Jüterbog angefahren. Ebenfalls im Rahmen des diesjährigen Kaisermanövers ist das Militärluftschiff M II von Döberitz kommend nach Jüterbog gefahren und macht hier am 25. Mai Halt.
1910 Erste Versuche auf dem Schießplatz zur Bekämpfung von Luftzielen, Entstehung der Flak.
1912 Die Stadt beschließt, für die Fußartillerie-Schießschule Gelände auf städt. Territorium anzubieten, was dann auf den Fuchsbergen erfolgt.
1912 Die Inf.-Schießschule in Spandau-Ruhleben führt am 12. April ein Versuchsschießen gegen Kastendrachen in Jüterbog durch.
1912 Beim Kaisermanöver haben am 13. Sept. mehrere Luftschiffe die Jüterboger Garnison Richtung Berlin überquert.
1912 Abwurfübungen mit Bomben von Luftschiffen im Markendorfer Wald, wo extra ein Brückenziel dafür errichtet worden war, vom den sich noch heute Reste finden.
1915 Erste Luftschiffhalle, „Albrecht“, in Niedergörsdorf errichtet
1916 Mit Bau der Halle „Baer“ eine zweite, noch größere Luftschiffhalle in Niedergörsdorf.
1916 Im Herbst ist das ab dem 24. Februar 1915 nur noch als Schulschiff dienende LZ 16/Z IV in Niedergörsdorf abgerüstet worden.
1916 Endgültiger Enteignungsplan für den Damm auf Grundlage einer Verordnung vom 11.9.14; Ausbau zur Artillerie-Fliegerstation bei Jüterbog.
1917 Im Rahmen des Hindenburgprogramms Bau weiterer Geschoß- u. Kartuschhäuser im Artillerie-Depot Altes Lager.
1917 Der Reichsmilitärfiskus Heer übernimmt von der Stadtgemeinde 11 ha in den Fuchsbergen.
1917 Nach Einstellung der Heeresluftschiffahrt ist das Schiff LZ 26 am 8. August in Niedergörsdorf bei Jüterbog abgewrackt worden. Die Kaiserliche Marine übernimmt nun den Zentralluftschiffhafen Niedergörsdorf.
1917 Enteignungen bei Markendorf  für erweiterten Pionierübungsplatz wegen des wachsenden Platzbedarfs der Minenwerferschule dort.
1917 Am 17. Oktober landet L 57, das „Afrikaluftschiff“, bei einem Gewittersturm vor der Halle in Niedergörsdorf, kann aber von den Mannschaften nicht mehr gehalten werden. Plötzlich geht das Schiff in Flammen auf und verbrennt mitsamt seiner wertvollen Ladung.
1918 In Jüterbog und Potsdam werden ab Sommer die Tests mit Abwürfen schwerer Torpedogleiterfortgesetzt. Dazu kommen der in Niedergörsdorf basierte L 35 (LZ 80) und der in Potsdam stehende L 25 zum Einsatz. Das Jüterboger L 35 führt am 2. August den letzten Test mit einer solchen Lenkwaffe durch.
1918 Das Schütte-Lanz-Luftschiff Nr. 22 hat anläßlich seines Abbaus am 28. Oktober den Zentralluftschiffhafen Niedergörsdorf angefahren.
1918/19 Demobilisierung zahlreicher Verbände im Raum Jüterbog.
1919 Jan., das in Jüterbog aufgestellte Fliegerkampf-Geschwader Sachsenberg erreicht seine Sollstärke für den Einsatz im Baltikum. Es wird die junge Rote Armee aus Riga vertreiben.
1919 März, das 1. Regiment der II. Marinebrigade Ehrhardt kommt am 18. d. M. über Oldenburg nach Jüterbog, wo seine Ausbildung vervollkommnet wird. Am 5. April trat noch das 2. Regiment (4. Marine Regiment) hinzu, um von hier aus Putschisten beim Kampf gegen die Regierung in Berlin zu unterstützen.
1919 Am 1. April  gibt es anläßlich des 109. Geburtstages von Bismarck auf dem Flugplatz Damm ein gewaltiges Feuerwerk. Doch das ist ein Vorwand, um übrige Munition zu verschießen. Als hier unter alliierter Kontrolle deutsche Flugzeuge vernichtet werden sollen, wird so manches Stück heimlich beiseite geschafft. Aktvie Unterstützung der sog. Schwarzen Reichswehr.
1919 1. 0kt., die Feld- und die Fußartillerie-Schießschulen sowie die Minenwerferschule werden zur Artillerie-Schule Jüterbog vereinigt.
1919 In Neues Lager findet Aufstellung und Ausbildung einer Sicherheitspolizei für Mitteldeutschland statt.
1920 In der Nacht vom 29. zum 30. Juni ist in Altes Lager ein 1899 errichtetes Pulvermagazin in die Luft geflogen. Belegt war das Gebäude mit acht bis zehn Tonnen Sprengstoff und mit 28.822,5 kg Schwarzpulver der Reichstreuhandgesellschaft.
1920 Am 23. August wirde beim Ausbrennen von Granaten durch die Munitions-Zerlegungs GmbH eine Explosion herbeigeführt, die sich auf einen gefüllten Munitionsbretterschuppen überträgt und diesen mit Inhalt zur Vernichtung bringt. In einem Schadensprotokoll wird der Verlust wie folgt beziffert: 400.000 kg rauchschwaches Pulver, 10.000 verschiedene Kartuschen, 1.550.000 Zünder und Zündungen sowie 1.600 geladene, "unsichere" (möglicherweise mit Giftgas geladen?) Granaten.
1921 14. März, bei der Demontage der Luftschiffhalle „Albrecht“ durch eine unqualifizierte, doch billige Firma kommt es zu einem folgenschweren  Unglücksfall bei dem mehrere Arbeiter von Trümmern erschlagen werden.
1921 Befehl zur Feuerwerkerausbildung an der Artillerieschule Jüterbog. Ursache war das Verbot der Siegermächte, eine gesonderte Feuerwerkerschule zu betreiben.
1923 Umbau der Fuchsbergkasernen (vorübergehend) zu Wohnzwecken.
1925 In der Chemischen Fabrik, die einst für die Luftschiffe in Altes Lager Wasserstoffgas erzeugte, wird nun Entfärbungskohle hergestellt.
1931 Letzter Lehrgang der Feuerwerkerschule endet in Jüterbog. Der Schulbetrieb geht nun wieder in Berlin weiter.
1933 Baubeginn für die Fliegertechnische Schule Altes Lager, das Hanns-Kerrl-Lager in Neues Lager u.v.a.m.
1934 Baubeginn von "Reparaturwerkstätten" auf dem Damm, in Wirklichkeit handelt es sich um einen wieder errichteten Militärflugplatz.
1934 Ab dem 1. April wird aus der Abteilung D der Artillerieschule die Heeresnachrichtenschule Jüterbog als selbständige Einrichtung, die zum 29. Juli 1935 in Jüterbog ihren Sitz hatte.
1934 1.Okt., Aufstellungsbefehl der Flieger Technischen Schule Jüterbog.
1935 Enteignungen auf dem Damm durch Deutsche Luftfahrt- u. Handels AG für die Flugplatzerweiterung.
1935 Aus der Verkehrsfliegerschule in Jüterbog-Damm, die angeblich Reklameflieger ausbildete, wird die II. Gruppe des Richthofengeschwaders.
1935 Der später hoch dekorierte Jagdflieger Adolf Galland dient in Jüterbog-Damm als Ausbilder auf den He 51. Bei einer der Schauvorführungen stürzt er im Oktober mit einer Focke-Wulf „Stieglitz“ ab und kommt schwerverletzt ins hiesige Krankenhaus.
1937 Die Dörfer Zinna, Mehlsdorf und Felgentreu müssen für die Erweiterung des TrÜbPl weichen; die Einwohnerschaft wird umgesiedelt und die Flächen dem Militärgelände einverleibt. Das Gebiet wird vom 1. April ab in den Gutsbezirk Schießplatz Jüterbog eingegliedert.
1937 Am 22. April findet im Richthofengeschwader in Jüterbog-Damm eine besondere Veranstaltung statt. Kameraden vom ‘roten Kampfflieger’(„Roter Baron“), Manfred von Richthofen, aus dem 1. Weltkrieg treffen sich zu einer Wiedersehensfeier im Fliegerhorst Jüterbog-Damm, um das Andenken des Weltkriegshelden zu ehren, der am 21. April 1918 gefallen war.
1938 1. Juli, Luftzeugamt (ZA) in Altes Lager wird in Luftpark (P) umbenannt. Entwicklung einer Luftfahrtmedizinischen Lehr- und Versuchsanstalt in Altes Lager.
1938 Bau der Füllstelle in der Muna Jüterbog/Altes Lager, „Chemische Fabrik“ genannt.
1938 Schießen auf Festungsziele tschechischer Bauart, verbunden mit einer Luftlandeübung, auf dem TrÜbPl Jüterbog. Auch Regelbauten des neuen Westwalls müssen Schießproben bestehen.
1939 Im März wird aus der bisherigen Aufklärungslehrgruppe Jüterbog die III. Gruppe des Lehrgeschwaders 2. Während die 7. Staffel der Fernaufklärer in Altes Lager über 12 Do 17 der Baureihe F verfügt, fliegt die 8. (F)/LG 2 auch die Do 17 P. Die mit der Nahaufklärung befaßte 9.(H)/LG 2 besitzt 11 Henschel (Hs) 126.
1939 Aufstellung der Ballonbatterie (mot) 100 im Winter 1939/40 in Dorf Zinna auf dem Truppenübungsplatz Jüterbog.
1940 Im Februar entsteht aus der Beobachtungslehrabteilung heraus die Stellungs-Beobachtung Abteilung 554 unter Hauptmann Kucharski in Dorf Zinna. Durch "Zellteilung" wird eine Vielzahl von derartigen Truppen in Jüterbog aufgestellt.
1940 Als die Sturmartillerie-Abteilung 184 am 10. August in Dorf Zinna aufgestellt worden ist, ist sie der erste selbständige Verband der neuen Waffengattung innerhalb der Wehrmacht. Durch die in Jüterbog entwickelten Sturmgeschütze werden im Verlaufe des 2. Weltkrieges allein vom sowj. Panzer T-34 rund 20.000 Stück abgeschossen.
1940 Die Fliegertechnische Schule 1 kommt nach Warschau. In die alten Quartiere in Altes Lager zieht aus Berlin-Adlershof die Höhere Fliegertechnische Schule.
1941 Eine Bf 110 E-2 trop vom RLM-LE macht am 18. Juni im Waldlager (Altes Lager) eine Bruchlandung.
1941 Im Sommer gehen die ersten beiden Astro-Meßtrupps mit der Vermessungsstaffel z.b.V. von Jüterbog nach Afrika, wo sie vor Tobruk zum Einsatz kommen.
1941 Am 11. August ist die Sturmgeschütz-Abteilung 177 durch den Wehrkreis III in Dorf Zinna aufgestellt worden.
1941 Die Sturmgeschütz-Abteilung 202, später Heeres-Sturmartillerie-Brigade 202, ist mit Datum vom 10. September im Dorf Zinna auf dem Jüterboger Truppenübungsplatz aufgestellt worden.
1942 Am 10. April wird die Sturmgeschütz-Abteilung „Großdeutschland“ in Treuenbrietzen, nordwestlich vom Truppenübungsplatz Jüterbog, aufgestellt.
1942 Die ein drachenartiges Fabelwesen im Wappen führende Brigade 904 ist zunächst als Sturmgeschütz-Abteilung 904 am 15. Dezember 1942 im Raum Jüterbog/Treuenbrietzen aufgestellt worden.
1943 Mit der Verlegung der Artillerieschule von Jüterbog nach Groß Born bleibt der Standort Jüterbog für die Artillerie weiterhin von wichtiger Bedeutung, so für die hier arbeitende Munitions-Untersuchungsabteilung.
1943 Am 19. Febr. stürzt eine Me 110 G wegen technischer Mängel bei Jüterbog ab, wobei der Pilot ums Leben kommt.
1944 4. Jan., Absturz einer Me 109 von der NAG 102, dabei Oberfeldwebel Wolfgang Helms gefallen - Ein tödlicher Unfall von vielen.
1944 Flammenwerferübung auf dem TrÜbPl Jüterbog. Bei Altes Lager sind Schulschießstände zur Infanterieausbildung angelegt worden, außerdem wurde eine Schußbahn für Bodentreffbilderschießen eingerichtet.
1944 Das NAG 102 schießt regelmäßig auf dem TrÜbPl Jüterbog.
1944 Die Flugzeugführerin Beate Uhse befindet sich zur Umschulung auf Bf 109 in Jüterbog-Damm.
1944 Das JG 300 hat im Dezember 1944 bis zum Januar 1945 im Verbund mit dem JG 301 (beide zeitweilig mit Stäben und Staffeln im Raum Jüterbog) als 1. Jagddivision nahezu allein den mitteldeutschen Raum gegen feindliche Flieger zu verteidigen.
1945 März, Absturz einer J-52 Lazarettmaschine mit Verwundeten aus der Festung Breslau infolge vereister Landeklappen im Landeanflug auf Altes Lager. Alle Insassen kommen dabei um.
1945 16.-18 April, über 20 Selbstopferpiloten der deutschen Luftwaffe greifen aus Altes Lager die Oderbrücken an.
1945 18./19. April Luftangriffe durch Sowjetarmee auf den Flugplatz Altes Lager.
1945 18. April, schwerer US-Bombenangriff auf die Jüterboger Bahnanlagen, wobei die Fuchsbergkasernen stark in Mitleidenschaft gezogen werden, neben Eisenbahnern und  Zivilpersonen kommen etliche RAD-Männer der Division „Friedrich Ludwig Jahn“ um.
1945 Am 20. April wird die letzte Lufthansa Linienmaschine, die Berlin verläßt (Kennung D-ANAJ) bei Buckow/Dahme durch die Rote Armee abgeschossen. Der einzige Überlebende stiftet über 50 Jahre später einen Gedenkstein, der sich nahe der Absturzstelle befindet.
1945 20. April, Einnahme von Jüterbog durch Verbände der Roten Armee.
1945 22. April, erste sowjetische Jagdstaffel ist auf dem Damm gelandet
1945 Stationierung eines sowj. Flugzeug-Instand.-Werks in Jüterbog-Damm, das dort über 50 Jahre bleiben wird.
1946 Der früheste bekannte Fehlschuß sowjetischer Artillerie nach dem Kriege geschieht am 22. Mai, da schlägt in Höhe der Kreissparkasse in der Pferdestraße eine Granate ein.
1949 133. sowj. Fla-Brigade in Jüterbog-Damm stationiert, von Rohrartillerie später auf Fla-Raketen umgerüstet, bleibt bis 1994 dort.
1949 Die Rote Armee besetzt die Wälder des Heidehofs für einen neuen TrÜbPl. Es beginnen gigantische Brandrodungen für den auf insgesamt 12.000 Hektar geplanten Übungsplatz mit Panzerschießbahn und Luft-Boden-Schießplatz (Bombodrom).
1962 Auf dem Flugplatz Altes Lager werden schrittweise deutsche Arbeiter aus Sicherheitsgründen durch Sowjetsoldaten ersetzt, die Rollbahn wird weiter ausgebaut, auch durch Häftlinge aus dem Zuchthaus Brandenburg.
1965 „Tag des Sieges“, der 9. Mai, wird in Jüterbog im Beisein des Generals Dawydow mit 20 Artilleriesalven zum Zeichen des 20. Jahrestages des Kriegsendes gefeiert.
1965 Am Manöver „Oktobersturm“ nehmen neben deutschen und sowjetischen Verbänden, wie auch aus der Garnison Jüterbog, polnische und tschechoslowakische Truppen teil.
1966 13. Mai, Ernst Drengner, LPG-Vorsitzender in Marzahna, rettet den Piloten einer in der Feldmark beim Landeanflug auf Altes Lager notgelandeten MiG-21 das Leben, in dem er ihn aus der brennenden Maschine befreit, und wird dafür mit einem hohen sowjetischen Orden ausgezeichnet.
1968 Zur Niederschlagung der mißliebigen Führung in der CSSR rücken ab dem 21. August Verbände „befreundeter sozialistischer Nachbarstaaten“ in dieses Land ein, darunter auch Einheiten aus der Jüterboger Garnison, wie Teile der hier stationierten 14. Mot.Schützen-Division.
1969 Am 18. Januar rammt eine im Anflug auf den Flugplatz Altes Lager befindliche MiG-21 den Schornstein der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft Jüterbog und stürzt brennend auf dem Bahndamm ab.
1974 Im Frühjahr stürzt infolge Triebwerksversagen eine MiG-21U wenige Kilometer westlich vom Flugplatz Altes Lager ab. In der Zeitung war über dieses wie ähnliche Vorkommnisse nichts zu lesen, solche Nachrichten waren stets tabu.
1975 In Petkus ist in der Nacht vom 11. zum 12. Februar ein flüchtiger bewaffneter Sowjetsoldat in die Kaufhalle eingebrochen und wird anschließend mit schweren Waffen durch Feuer aus einem Schützenpanzerwagen im Schußwechsel niedergestreckt.
1984 Am 30. August trift eine Minenwerfergranate das Grundstück Vogel in der Ließener Straße in Stülpe, einer von zahlreichen Fehlschüssen vom TrÜbPl Heidehof.
1986 Im März 1986 schlagen zwei Granaten in einen Speicher der LPG (P) Jänickendorf ein.
1987 Am 12. Dezember finden in Jüterbog zum 45. Jahrestag der Gründung der „Poltawa-Division“ (32. Pz. Div.) ein größeres militärisches Schauspiel im Lok-Stadion statt. Dieser Verband war im Krieg als Luftlandedivision aufgestellt worden und wurde in der Folge mehrfach umstrukturiert. Zunächst zu meiner Mechanisierten Brigade, dann zur 14. Mot.Schützen-Division und schließlich zur 32. Panzer-Division.
1988 Der von seiner Einheit geflohene Soldat Koschunow dringt am 2. November in Malterhausen in ein Wohnhaus ein, um Lebensmittel zu stehen. Als er von der 74jährigen Wohnungseigentümerin überrascht wurde, tötete er sie durch mehrere Stiche mit seinem Bajonett. Dank des neuen Kurses von Glasnost und Perestroika dürfen bei einem solchen Fall erstmals Deutsche als Nebenkläger am Militärgerichtsprozeß teilnehmen. Sie erfahren Schlimmes über die Lebensweise der Soldaten und die Zustände in den Kasernen.
1988 19. Jan., bei der Panzerfahrerausbildung in Forst Zinna bleibt ein irregeleiteter T-64 auf dem Gleis der Hauptstrecke stehen und verursacht damit ein schweres Eisenbahnünglück, in dem ein D-Zug zum Entgleisen gebracht wird. Es sind 6 Tote und 10 Schwerverletzte zu beklagen.
1990 Resümierend aus all den genannten Konflikten schreibt am 5. Februar der Bürgermeister der Gemeinde Neuheim: „Es muß also zwangsläufig zu Widerstand in der Bevölkerung kommen. Wir haben nun endgültig die Nase voll und sind nicht mehr bereit, die Belästigungen und Umweltzerstörungen hinzunehmen.“
1990 Am 10. Februar findet im Raum Jüterbog die erste Demonstration statt, die sich ausschließlich gegen die Belastungen durch die Sowjet-Garnison richtet.
1990 Nach Abzug der 32. sowj. PD werden die Fuchsbergkasernen von der Stadt als Gewerbegebiet ausgewiesen.
1990 Das bilaterale Abkommens vom 9. Oktober über den Truppenabzug regelt, daß die russischen Streitkräfte bis Ende 1994 vom deutschen Boden abgezogen sein sollen.
1991 1. Jan., die Panzerkaserne Forst Zinna ist leergezogen.
1991 Juni, Soldaten und Familienangehörige des 486. Kampfhubschraubergeschwaders protestieren mit einer Rollbahnbesetzung in Altes Lager dagegen, in ein stark umweltbelastetes Gebiet Rußlands angesiedelt zu werden.
1991 5. Juli, der Kasernenkomplex nördlich der Tauentzienstraße in Jüterbog 2 sowie die Gebäude im Bereich Lindenstraße/Karl-Marx-Straße (heute Parkstraße) sind leergeräumt.
1992 15. Juni, der übrige Teil von den Kasernen und Wohnhäusern in Jüterbog 2, so entlang der Brückenstraße, sind ebenfalls leergeräumt.
1992 Der Flugplatz Altes Lager geht am 3. Juni an die Bundesvermögensverwaltung.
1992 Ein Großbrand auf dem TrÜbPl Jüterbog. Die WGT, wie die ehem. Sowjetarmee jetzt heißt, vernichtet durch Verbrennen und Vergraben all die Dinge, die nicht mitgenommen werden können und auch nicht auf dem Schwarzen Markt verkauft werden können.
1993 20. Jan., die restlichen Wohnhäuser in Neues Lager sind leergeräumt.
1993 17. Mai, die Unterkünfte der in Forst Zinna stationierten Baubrigade werden der deutschen Verwaltung übergeben.
1993 Der "Schwarze Weg" von Forst Zinna nach Luckenwalde durch's ehemalige Sperrgebiet  ist wieder hergerichtet und freigegeben.
1994 Mit einer Parade auf dem Jüterboger Markt findet zu Ostern die öffentliche Verabschiedung der letzten Einheit statt. Am15. Juni sind das Alte Finanzamt im Bereich Fuchsberge, wo sich zuletzt die russische Stadt-Kommandantur befindet (ursprünglich in der Friedrich-Ebert-Straße), und das Objekt Jüterbog-Damm als letzte freigezogen. Die schätzungsweise rund 40.000 Sowjetsoldaten haben die Garnison Jüterbog verlassen.
1994 Ermittlungen gegen 6 Armenier wegen einer Schießerei mit Vietnamesen bei Zigarettenhandel auf dem ehem. TÜP Heidehof, SEK stürmt die Brückenstraße in Jüterbog 2.
1994 Das Bundesverteidigungsministerium erklärt, kein Interesse am TrÜbPl Jüterbog zu haben. Eine Jüterboger Initiative, das Luftwaffenmuseum nach Jüterbog-Damm zu holen, schlägt ebenfalls fehl. Somit hat die lange Garnisongeschichte ein vorläufiges Ende gefunden.
1998 Der ehem. Schießplatz Jüterbog soll künftig 'Forst-Zinna-Jüterbog-Keilberg' genannt werden. Wer in der Schule Erdkunde nicht aufgepaßt hat, nennt den Platz später auch „Jüterbog-West“, obwohl er nördlich der Stadt liegt.
1998 Nachdem feststeht, daß die Garnison einschließlich der ca. 200 Quadratkilometer Schießplatzflächen der Konversion anheimfällt, gründet sich in Jüterbog ein Verein, der die lokale Militärgeschichte erforschen und museal darstellen will. Er gibt sich den Namen „St. Barbara“ nach der Schutzpatronin der Artillerie und der Feuerwerker.
2000 Mit dem Untertitel „Jammerbock“ erscheint als Arbeit des Ortschronisten die erste umfassende Garnisongeschichte Jüterbogs. Mit den Barbara-Meldungen vom Garnisongeschichtsverein werden in der Folge neuere Forschungsergebnisse und Archivfunde periodisch veröffentlicht.